Montag, 25. Juni 2007

Bloody Monday

doofer kleiner Affe der die Kekse gefressen hat...
blick von meiner terasse auf den ueber 5000m hohen Berg dessen namen ich noch nicht kenne..
Stupa (Tempel) im 'Zentrum" von Mc Leod. rund herum sind gebetsmuehlen angebracht die von den tibetern gedreht werden und schon frueh morgens erklingen...

Gut, auch auf 1800m in Nordindien kann man einmal einen wahren Scheisstag haben. Nachdem mein liebstes Fruehstueckslokal noch nicht offen hatte, da heute Montag ist und das bedeutet so viel wie Sonntag bei uns, sperren alle Laeden irgendwann auf oder auch gar nicht, je nachdem wie es ihnen gefaellt. Also hab ich mir einen Ersatz gesucht. Das war ja noch gar nicht mal uebel, doch als ich mich dann auf den Weg Downhill gemacht habe, musst ich so 500m nach der letzten Taximoeglichkeit feststellen, dass es zu regnen begann. Ok. Immer noch in Ordnung da ich ja einen total coolen Regenponcho dabei habe. Ich geh so dahin, und der Sand auf der so fortgewaschen wird sammelt sich zwischen meinen Zehen- schon lustig, dass man immer dann Sandalen anhat, wenn man sie nicht braucht- oder doch? Der Regen wird so stark dass selbst der Poncho aufgibt, die Hose hat sich mittlerweile bis ueber die Knie angesogen, ich latsche Knoecheltief in den Fluten die die broeckelige Bergstrasse runterstroemen. An jedem anderen Tag fahren Taxis vorbei. Nur heute nicht, also komme ich durchgwagt im Krankenhaus an, geb die Unterlagen fuer den Chef ab, die gluecklicherweise im Rucksack trocken geblieben sind und nehme ein Taxi in die Stadt hinauf, um mich umzuziehen. Der Taxifahrer erwaehnt irgendetwas von einem Streik,nicht gewillt nur irgendwie zu warten, und dampft ab. Ich eile in den dritten Stock, zuecke meinen Schluesselbund und muss feststellen, dass der Schluessel nicht da ist. Tres bien. Also nichts wie runter in die Rezeption, die haben gott sei dank noch Ersatzschluessel, wobei von den 5 am Bund nur einer funktionierte. Ich zieh mich um, runter auf die Strasse, dort liegt der Schluessel den ich anscheinend beim Aussteigen verloren habe. Vor zum Taxistand nehme ich noch Buntstifte fuer einen kleinen Moench mit den man gerade begonnen hat auf tuberkulose zu behandeln, und der ganz allein in einem riesen Zimmer im Krankenhaus liegt. Die Taxifahrer verweigern mich zu fuehren. Ich steh fragend im stroemenden Regen und wundere mich nur mehr ueber einen derart excellenten Start in die Woche- zumindest fuer uns Westler. Schliesslich erbarmt sich noch ein Fahrer und Schippert mich die Ueberfluteten Strassen zum Hospital runter. Der Vormittag verlaeuft ruhig mit einigen Deutschen die ich ueber ihre DiarrhoeBehandlung aufklaere und einer Koreanerin der ich einen positiven Schwangerschafttest ueberreichte, worauf sie in Traenen ausbrach und ihr indischer Freund mich unterschwellig um das Einleiten eines Schwangerschaftsabbruchs bat, da sie ja nur Yogaausbildung machen wuerde um gleich mal wieder nach Korea abzuduesen. Eine echt verzwickete Situation, doch die Loesung scheint fest zu stehen- zumindest fuer den Inder. Ich hab mir sagen lassen, dass Buddhisten niemals eine Abtreibung durchfuehren wuerden.
Ich nutze die Zeit bis zur Abfahrt in die Klinik in Mc Leod mit Dr. John um mir was zu futtern rein zu stellen. Im einzigen Restaurant in Hospitalsnaehe kann man eigentlich nur die fried momos essen, also bestell ich die bei der vorbei laufenden, jungen Koechin. Als nach 15 min immer noch nichts da ist frag ich mal nach, jaja, Momos sind leer. Nagut, dann nehm ich halt fried rice, pricklend. Auf den wart ich auch noch mal 15min. Ich mach ihnen ein bisschen Streeesss und schlinge dann soviel wie geht in mich rein, immer die Strasse beobachtend, ob eh der Arztwagen noch nicht vorbeifaehrt. Als ich zahlen will, muss der Besitzter erst Wechselgeld holen gehen. Ich sitz auf Nadeln. Laufe den Berg hoch zum Abfahrtspunkt und hoere um die Kurve vor mir ein Auto wegfahren. Das Arztauto. Mir ist nach Schreien und Weinen und ich latsche einfach den Berg hoch in der ziemlich drueckenden Schwuele eines Tages vor dem Monsun, einige Hoehenmeter mit hupenden Auto, voller Blase, zwickenden Bauch,..... Ich rufe Reinhard an, der uebrigens auch einen Kak Tag hatte und wir setzen uns in die Chocolate Log um Chocokuchen zu mampfen. Das freut das Herz und hebt die Stimmung...vielleicht wirds ja doch noch was mit diesem Montag....

Ansonsten habe ich eine Buddhistische Weisheit gelernt: mit Peace laesst sich alles besser loesen.
Bloss keine Hektik. Bloss kein Grant. Vor allem wenn man mit einer Schachtel Kekse auf der Terasse sitzt und sich von drei Seiten Affen anprischen. Frech, direkt und unverschaemt, auf klatschen fast schon aggressiv reagierend, springt er neben mir auf den Tisch und schnappt sich die angerissene Packung Kekse leert sie auf den Boden. Schnappt sich noch die geschlossenen Packung und macht sich dran, fein saeuberlich (er putzt die Kekse noch ab bevor er sie isst) alle Kekse aufzumampfen und gleichzeitig vor seinen Kollegen zu beschuetzen. Er faengt sogar an herzukroebeln als wir versuchten ihn los zu werden. Es ist nicht zu spassen mit den Viechern, die haben ganz ekelhafte Zaehne. Also ab sofort heissts. Hasst du die eine Packung Kekse mir geklaut, biete ich dir auch gerne die zweite an :)
Bei meiner Diplomarbeitsrecherche hat sich auch eine wichtige Wende ergeben. Hier im Delek Hospital gibt es endlos viele Tuberkulosepatienten. Und das ist der Grund, warum ich als Mitarbeiterin auf Zeit fuer das Delek eine Umfrage starten werde, um dann das geeignete Aufklaerungsprogramm starten zu koennen, und gleichzeitig Daten zu sammeln, die es der RNTCP, dem Indischen Programm zur Tuberkulosebehandlung erlauben wird, eine gute Unterstuetzung fuers Delek aufzufahren. Bin total gluecklich darueber, da ich was sinnvolles mache und daraus gleichzeitig meine Arbeit formen kann. Echt schoen und ein gutes Gefuehl.

Mittwoch, 20. Juni 2007

Westliche Medizin auf Indisch mit Tibetern

Am Montag war mein erster Tag im Delek Hospital- spannender als so manche Famulatur:
Das Spital wird von einem total netten Tibeter geleitet namens, und jetzt heisst festhalten: SATAN, ein weiterer wirklich kompetenter Tibetischer Arzt leitet meist die Visiten, er ist sehr jung und spricht arg-tibetisch-akzentuiertes Englisch, was es fuer mich sehr schwer machte ueberhaupt irgendetwas zu verstehen in den ersten Stunden, danke an dieser Stelle fuer die tollle Medizinische Universitaet Wien, die es mir moeglich machte einen "medical english course" zu besuchen- anyway, learning by doing ist sowieso viel besser und so lief der Tag auch ab. Nachdem ich die Morgenstunden in der Ambulanz mit einer Schottischen Aerztin verbrachte hatte, die alles von einer Krankenschwester uebersetzt bekommen hat, musste ich feststellen, dass so cirka jeder 3. Tibeter an Tuberkulose leidet und die Westler alle Durchfall hatten. Zu Mittag ging ich dann in ein mehr oder weniger prickelndes Restaurant und pickte die Reiskoerner meines 30cent veggi-reises in mich hinein, wohl wissend, dass sowohl auf der Gabel als auch auf jedem Korn ein Parasit oder Bakterium auf warten koennte und mir selbige Mieseren einprocken koennte, die ich mir nun jeden Tag in der Ambulanz ansehen darf. Am Nachmittag gings dann richtig los:
Dr.John, der Mann der schottischen Aerztin fragte mich ob ich naehen koenne, ich meinte, dass ich es einmal gemacht haette, daraufhin fand ich mich im emergencyzimmer wieder. Die Patientin, eine 20jaehrige Tibeterin mit Mutter und Freund schauen mir hilflos entgegen. Sie hatte sich beim Glaeserwaschen eine cirka 4cm lange und sehr tiefe Wunde unterhalb des kleinen Fingers zugezogen, Fett und Blut quoll heraus. Am Blechtisch neben der Pritsche fand ich eine Nierenschuessel mit Nadelhalter und Pinzette, der Arzt reichte mir noch eine Nadel mit Faden, spritzte eine riesen Portion Anaesthetikum und verschwand. Ich nahm einen nach dem anderen herumliegenen Tupfer, traenkte sie in Jod und wiederholte das solange, bis weder Jod noch Tupfer mehr vorhanden waren- es musste also sein- zitternd wie nie zuvor startete ich meine Naht, die Patientin war echt tapfer und ich war unfaehig. ich machte einfach Knoten ohne zu ueberlegen wie man das chirurgisch korrekt durchfuehrte. dabei zitterte ich so sehr, dass mich irgendwann die Mutter fragte, ob sie vielleicht die Knoepfe fuer mich machen sollte...Schweiss stand auf meiner Stirn und ich fuehlte mich hilflos. Dazu kam, dass der Freund der Patientin mir so lieb zusprach: du machst das gut, das passt schon, wird schon- wie professionell ist das bitte??? Patienten die in Narkose sind sind das eine, doch ein junges Maedel mit einer Verletzung die ich selbst vor einem Jahr hatte, das war was anderes. Finally beschloss ich einfach genug genaeht zu haben, macht nocheinmal tuechtig sauber und liess der Nurse den Verband anlegen. Die Familie bedankte sich total lieb bei mir, ich schrieb ins Krankenblatt, dass sie die Naht nach 7Tagen entfernen koennen (Krankenblaetter fuehren die Pat. alle selbst mit, es wird nichts archiviert) und verabschiedete mich um Dr.John zu suchen, der ja nur drum abgehauen ist um eine Geburt im Zimmer neben an zu leiten. Als ich rein kam waren es nur mehr wenige Wehen, die spannendste Phase einer Geburt, und dann, mit einem flutsch war das niedliche tibetische Maedchen geboren- wir legten sie auf ein Brett mit dem Kopf nach unten damit das Atmen und abhursten erleichtert wird. Etwas seltsam fand ich, dass die Mutter das Kind nie wirklich in die Haende bekam, auch in den folgenden Tagen sah ich immer nur ihre 2 Freundinnen damit herumlaufen. Doch sie hatte auch einen argen Dammriss und wir mussten gestern nochmals die naehte entfernen und neu naehen. Ich musste wieder fast heulen, ich finde das sooo ruehrend! Danach gings wieder ins Emergency Zimmer in dem eine hysterische indische Frau lag, die sich dauernd die Hand in den rachen steckte um das bissi Magensaft zu erbrechen, das noch ueber war. Wir untersuchten sie was echt schwer war bei dem Herumgefuchtle. Was allerdings echt schoen ist: hier kommt jeder mit angehoerigen, die sich ruehrend kuemmern und Tag un Nacht die Pflege uebernehmen. Gleichzeitig kollabierte dann noch eine alte Frau am gang, die einen Schlaganfall erlitt, wir machten einen Neurostatus auf indisch und am naechsten Tag verpackten dann die Angehoergien die Frau in einen Rollstuhl um sie ueber eine Stunde ins naechste Spital zum CT zu fuehren, das natuerlich einen Insult ergab. Die Familien tun hier echt alles um ihren Patienten bei zu stehen, jene die alleine waeren, werden von Moenchen versorgt....So schoen, soviel Mitgefuehl- so an der Basis von medizinischer Versorgung- unsere Hygieneprofessoren wuerden schon eine Blutvergiftung vom reinen zusehen erleiden :) krieg grad ur Hunger und werd mir was nettes zum Happern suchen. Tibet. Essen ist uebrigens seeeehr mild- ideale krankenkost :)
bis ganz bald!

Dienstag, 19. Juni 2007

foto komplett





so jetzt nochmal ein versuch die beschriebenen fotos auch sichtbar zu machen :)

Sonntag, 17. Juni 2007

India meets Tibet

moenche mit cola und handy vor tempel :)
nonnen auf dem weg zum naechsten dorf
kleine suesse indische schulkinder die geduldig warteten bis sie nach der reihe in den tempel durften
mein sari und ich
wasserbueffel in agra und waeschewascher


mc leod ganj, ein kleines Nest unter einer grossen Gebirgskette. Irgendwie fuehl ich mich wie in einem Heimatfilm: Schneebedeckte Bergkaemme, Adler kreisen in der frischen Bergluft, Baeume soweit das Auge reicht,...waeren da nicht diese verrueckten Inder in ihren Autos....
Egal ob die Bremse funktioniert, die Fensterheber kaputt, die Scheibenwischer defekt, das Radio geklaut und Baeulen hint und vorn- hauptsache die Hupe funktioniert. Wuerde man hier ohne Hupe unterwegs sein, waere das Auto innerhalb von 5min Schrott, da bin ich mir sicher! Der sogenannte Hauptplatz (es passen 2 Busse drauf) ist immer verstopft, dazwischen stehen hysterisch herumfuchtelnde Polizisten mit Trillerpfeiferl, die die hupenden Autos versuchen in einer Komposition des Wahnsinns ueber den Platz in die kleinen Strassen zu dirigieren- aber es funktioniert- man glaubt es kaum! Alles ist Chaos hier, nicht laeuft nach irgendwelchen erkennbaren Regeln, doch am Ende kommt man irgendwie immer wo an, wo' s schoen ist: zum Beispiel landet man auf einer der vielen Dachterassen unter tibetischen Gebetsfahnen, mit Blick auf den Tempel, ins Tal auf die Reisfelder, und in die Berge zu den Adlern.... bis dann wieder Nebel aus dem Tal kriecht, langsam alles in sich huellt, es ist immer noch warm, die ersten Tropfen fallen, und ehe man es sich versieht schuettet es aus Schaffeln.... gefolgt von einem Regenbogen und angenehm gereinigter Bergluft....
Ich habe meine erste Reisediarrhoe- aber die fruehzeitigen Medikamente haben glaub ich das Schlimmste verhindert (es war eh schon schlimm genug im Hinterhof eines Cafes in ein Plumpsklo zu gehen...und da waren Nacktschnecken in dem Hinterhof, ich sags euch sowas habt ihr noch nicht gesehen: feeeeeette Dinger, riesig, sicher 30cm lang und im Durchmesser 3 cm...zum Davonlaufen sag ich nur!!!
Ich weiss jetzt auch warum die Hunde die hier in Massen herumliegen den ganzen Tag nur schlafen: sie sind voll beschaeftigt in der Nacht mich aus dem Schlaf zu reissen durch unglaubliches Geklaeffe und Geheule... Aber am Morgen scheint die Sonne in mein Zimmer, tibetische Musik klingt auf den Strassen, Haehne kraehen und im nahe gelegenen Tempel hoert man die Gebetsmuehlen erklingen...
Ueberall laufen Moenche herum.... auch Nonnen, alle in roten Kleidern (orange ist eher sued-asiat-buddhismus) mit abgescherten Haaren, freundlich laechelnd und oft singend. Gerade jetzt, im Internetcafe sitzt ein Moench neben mir, der einen Clownluftballon als Krone um den Kopf traegt und froehlich vor sich hin summt. Sie trinken Cola, haben Handys und Golduhren, und natuerlich auch pimpige Sonnenbrillen... sooo heilig also :)
Habe gestern Bekanntschaft mit zwei tibetischen Medizinstudenten gemacht. Sie studieren traditionelle tibet. Medizin und sind im Alter von 10 Jahre in einer 3 Monatigen Reise ueber den Himalaya gefluechtet. Ihre Familien haben sie seit dem nicht mehr gesehen, ein zurueck gibt es nicht, was ihnen bleibt ist das Leben im Exil. Ich habe auch Kathrin kennen gelernt, eine Kanadierin die schon seit 10 Monaten unterwegs ist in China und Tibet und Indien, sie spricht fliessend deutsch und englisch und franzoesisch und russisch- echt witzig - und ganz im Gegenteil zum Rest der oft krass-alternativen Travelern, war ihr das Reisen nicht anzukennen (saubere jeans und schneeweisses top)
Draussen prasselt der Regen nieder und ich werd mich wohl unter mein Moskitonetz verzupfen (es gibt ur viele viecha da) und ein tibetisches Buch lesen. Morgen fang ich im Krankenhaus an zu arbeiten...freu mich schon total!

Freitag, 15. Juni 2007

Die Reise ins Nirgendwo

Gestern Abend war es endlich so weit, ich kletterte ins dritte Geschoss der Liegen im Schlafwagen und hoffte auf eine angenehme Fahrt. Zugfahren in Indien ist wirlich ein Erlebniss. Die Leute bringen ihr essen mit, die Kinder turnen in der Gegend herum, und wenn alle halbwegs erschoepft sind vom vielen Quasseln, werden Leintuecher und Polster ausgeteilt und man kuschelt sich zusammen auf die Liegen mit Freunden oder Kindern. Dabei muss ich mal eine wirklich wichtige Meldung machen: Maenner tauschen in Indien mehr Zaertlichkeiten aus als sie es mit den Frauen tun. Da gibts Gruppenkuscheln, Haendchenhalten, auf den Schultern liegende Haende und so wird durch die Strasse gewandert...echts suess :)
Konnte meinen Rucksack anketten und wurde immer wieder ermutigt zu schlafen, weil das ja sooo wichtig fuer mich sei. Nicht in einem Moment zweifelte ich daran dass meine Reisekompanen, 8Studenten aus Kaschmir absolut ehrlich und vertrauenswuerdig sein. Um vier uhr machte ich mich dran in der Dunkelheit alles zusammen zu kramen und mich zum Ausgang zu bewegen. Dabei hab ich wohl vergessen dass ich ja in einem Indischen Zug bin, und dass der sicher nicht wie geplant um 4:20, sondern eher um 5:45 in Pathankot ankam...supa, aber es war wenigstens schon hell zu dieser Zeit, was ich auch sehr schaetzte.
Mein erster Regen in Indien, der in der Nacht schon aufs Zugdach prasselte, machte auch davor nicht halt mich in der Fahrradrickscha nass zu machen und so kam ich etwas durchnaesst am Busbahnhof an, wo ich einfach einschlief. Ich konnte meine Augen keinen Moment mehr offen halten- vor allem nicht mit der Aussicht, 2 Stunden auf den Bus warten zu muessen. Als dieser dann kam machte man mich lautstark darauf aufmerksam und so bekam ich auch den einzig ertraeglichen Platz: direkt hinter dem Fahrer, etwas abgesenkt, damit man nicht die ganze Zeit mitfiebern muss, ob es wohl beim Ueberholvorgang in der Kurve auf Sand/Steinstrassen doch Gegenverkehr gibt, trozt der Dauerhupe. Besonders lustig wurde es dann erst als mich 20jaehrige Inder anfingen auszufratscheln... dieser Junge aus Panjabi hatte eine Sprache, dass muss ich unbedingt aufnehmen und euch vorspielen, unglaublich schnell, verwirrend mit rattergeraeuschen....
Ich bin gut angekommen, hab mir einfach mal ein Guesthouse gesucht, dass halbwegs ok ist und werde wohl in den naechsten Tagen nach Aderausschaubalkonen auf die Suche gehen. Es fliegen soo riesige Voegel herum, unglaublich und das vor einem weitem Tal mit Reisfeldern und im Ruecken das unglaublich riesige Himalayagebierge.

Fotos gibts das naechste mal wieder, muss jetzt heitschi beitschi gehn...

Donnerstag, 14. Juni 2007

Mehr Foti-Versuch


Erste Impress(Emot)ionen


So, jetzt bin ich also wirklich in Indien! Nachdem ich jetzt halbwegs gewohnt bin an das was einem so widerfaehrt wenn man auf die Strasse geht, kann ich endlich in Ruhe einen ersten Bericht liefern:
Angekommen am Indira Gandhi Airport bin ich tatsaechlich per Namensschild abgeholt worden und wurde zu einem recht duesteren Parkplatz geleitet, wo die Leute auf den Daechern der Autos schliefen oder einfach nur neugierig runterguckten. Kaum im Auto drin, standen zwei Polizisten da. Ich dachte schon dass es jetzt schon mit den Schmiergeldern los geht. Doch sie versicherten sich nur gruendlich beim Fahrer ob er auch wirklich vom Hotel sei, und bei mir ob ich auch wirklich in dieses Hotel wolle. Ich muss sagen ich fuehlte mich dann ziemlich safe obwohl sich das schlagartig aenderte als wir auf die Autobahn fuhren. Bunt angemalte LkW s die mitten auf der Strasse fahren und hinten steht auf jedem drauf "horn please" um sie dazu zu bringen ein bisschen Platz zu schaffen. Ausserdem: es wird dauernd gehubt. Egal ob sich irgendetwas am Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer aendert. Huben ist Pflicht. Das Hotelzimmer war an der Seite zur Strasse weshalb ich kaum geschlafen habe. Wurscht. Alles laecherlich im Gegensatz zu dem was mich am naechsten Tag erwartete. Ich brauchte etwa 2 Stunden bis ich es wagte aus dem Hotel zu gehen. Es ist unpackbar heiss. Man glaubt kurz keine Luft zu kriegen, und dann stuermen auch schon die ersten Leute auf dich zu: Rickschafahrer, selbst ernannte Fremdenfuehrer, etc. Da ist es am besten doppelt so schnell wie sie zu gehen und freundlich abzulehnen. MAN BRAUCHT IMMER EINEN PLAN sonst ist man verloren. Das ist das erste was ich gelernt habe. Und wenn man keinen Plan hat darf man NUR MAENNER IN UNIFORM FRAGEN. Wenn man diese Regeln befolgt gehts. Davor steigt man aber auf freundliche Inder ein die wissen wie man zu den Touriattraktionen kommen, einem ein cheapes Angebot machen und dann doch irgendwo am Arsch der Welt absetzen um einen in ein "TouriBuero" zu schleppen versuchen. Dann bleibt nur noch eins, weiter gehen und versuchen jemanden in Uniform zu finden- oder die Metro. Die ist modernern als in den meisten westlichen Staedten, gut klimatisiert und billig. Das war an diesem Tag die Rettung. Und der junge Inder der uns einfach zum Red Fort begleitete um dann einfach wieder seines Weges zu gehen.
Auf der Strasse wird man angestarrt. Gestarrt. Gestarrt. Also Blick senken und irgendwo rein verschwinden. Das war Tag Nummer eins. Depremierend. Auszehrend. Heiss. Am Ende lag ich im Zimmer und hatte furchtbares Heimweh. Doch man nehme Ohropax, schalte den Ventilator ein und rolle sich zusammen, dann wird alles gut.

Gestern war ich im Taj Mahal.
Die Zugfahrt in der 3.Klasse klimatisiert war so luxerioes dass ich es kaum glauben konnte. Ich bekam eine eigene Teekanne, Kekse und Gemueslaibchen mit Pommes, Felixketchup und Gemuese. Da waren die 2Stunden schon vorbei und ich war in Agra. Wenn man dort den Bahnhof verlaesst springen einen die Rickschafahrer foermlich an. Also einfach straight zum Prepaidstand. Alles andere waere Wahnsinn. Ich fuhr mit KK. und leistete mir einen ganzen Tag durch die Gegend kutschiert zu werden. ( manche Fahrer fuehren Buecher mit mit Empfehlungen von Leuten aus aller Herren Laender.) Und tatsaechlich ich bereute es (fast) gar nicht:
Zunaechst fuhren wir an einen Fluss in dem hunderte von Wasserbueffel schwammen und in dem die Frauen die Kleider und Tuecher anderer Leute waschen, und auskochen in grossen Eimern die mit Kuhfladen geheizt werden. Die bunten Tuecher liegen im Sand zum Trocknen und das schaut wirklich sehr schoen aus. Weiter gings entlang des Flusses zu einem Punkt an dem das Taj im Morgendunst erschien und Bauernkinder um mich herum huepften und unbedingt fotografiert werden wollten. Ich kam vorbei an 400Jahre alten Tempeln am Flussufer mit handbemalten, blumenverzierten Decken, die von sehr alten, lieben Indern behuetet werden. Auf der Strasse wird wie immer fest gehubt, die Leute winken und gucken neugierig unter das Rickschadach hinein. Es fahren Fahrraeder, Richsaschas, Autos, riesige Ochsengespanne und Kamelkutschen auf der Strasse kreuz und quer. Dazwischen huepfen Affen und Streifenhoernchen herum. Und oben drueber segeln Adler, Reiher und Papageien.
Das Taj ist einmalig, riesig, fuer Touris zirka 150mal so teuer wie fuer Inder und ich bin jetzt auf zirka 300 Familienfotos drauf. "Where are you from, what' s your name." Mehr war nicht noetig zu wissen um mich begeistert zu "Snapshoten". Das war ein wirklich schoener Tag. Auf den Zug zur Rueckfahrt wartete ich dann fast eine Stunde. Es war einer von diesen Zuegen die ich schon am Morgen gesehen habe und wo ich hoffte, nie einsteigen zu muessen, aber es war ganz im Gegenteil zu meinen Befuerchtungen total angenehm, und ich plauderte die ganze fahrt mit einem jungen Inder und einem aelteren Herren, der sehr gebildet war und sich geographisch und geschichtlich fast besser auskannte in Europa als ich :) In Delhi angekommen waren saemtliche Bahnsteige so verstopft dass ich glaubte gar nicht raus zu kommen, doch es gelang mir schlussendlich und ich sprang in eine Prepaidrickscha um dem naechtlichen Treiben auf Delhi' s Strassen zu entkommen.
Heute werd ich einen Nachtzug nach Pathankot nehmen und dann in der Frueh mit einem Bus nach Dharamsala weiter fahren. Endlich raus aus dieser Stadt- ich wuerds glaub ich nimmer aushalten hier.
Wow, soviel von mir- hoff euch gehts allen ganz gut im ruhigen Austria.
Allerliabste Griass from INDIA

Montag, 4. Juni 2007

Waaa i foa noch Indien

Griaß eich olle mitanaund!
Jetzt ist es endlich so weit, ich bin nervös. Drum habe ich mich gleich dran gemacht, eine Seite einzurichten auf der meine aktuellen Abenteuer zu lesen sein werden. Ich hoffe ich kann euch ein paar schöne Bilder liefern- mal schaun wie die Internetverbindungen in den Bergdörfern Nordindiens so sind ;)
Ansonsten bin ich zu erreichen unter: hoefinger@yahoo.de