Donnerstag, 14. Juni 2007

Erste Impress(Emot)ionen


So, jetzt bin ich also wirklich in Indien! Nachdem ich jetzt halbwegs gewohnt bin an das was einem so widerfaehrt wenn man auf die Strasse geht, kann ich endlich in Ruhe einen ersten Bericht liefern:
Angekommen am Indira Gandhi Airport bin ich tatsaechlich per Namensschild abgeholt worden und wurde zu einem recht duesteren Parkplatz geleitet, wo die Leute auf den Daechern der Autos schliefen oder einfach nur neugierig runterguckten. Kaum im Auto drin, standen zwei Polizisten da. Ich dachte schon dass es jetzt schon mit den Schmiergeldern los geht. Doch sie versicherten sich nur gruendlich beim Fahrer ob er auch wirklich vom Hotel sei, und bei mir ob ich auch wirklich in dieses Hotel wolle. Ich muss sagen ich fuehlte mich dann ziemlich safe obwohl sich das schlagartig aenderte als wir auf die Autobahn fuhren. Bunt angemalte LkW s die mitten auf der Strasse fahren und hinten steht auf jedem drauf "horn please" um sie dazu zu bringen ein bisschen Platz zu schaffen. Ausserdem: es wird dauernd gehubt. Egal ob sich irgendetwas am Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer aendert. Huben ist Pflicht. Das Hotelzimmer war an der Seite zur Strasse weshalb ich kaum geschlafen habe. Wurscht. Alles laecherlich im Gegensatz zu dem was mich am naechsten Tag erwartete. Ich brauchte etwa 2 Stunden bis ich es wagte aus dem Hotel zu gehen. Es ist unpackbar heiss. Man glaubt kurz keine Luft zu kriegen, und dann stuermen auch schon die ersten Leute auf dich zu: Rickschafahrer, selbst ernannte Fremdenfuehrer, etc. Da ist es am besten doppelt so schnell wie sie zu gehen und freundlich abzulehnen. MAN BRAUCHT IMMER EINEN PLAN sonst ist man verloren. Das ist das erste was ich gelernt habe. Und wenn man keinen Plan hat darf man NUR MAENNER IN UNIFORM FRAGEN. Wenn man diese Regeln befolgt gehts. Davor steigt man aber auf freundliche Inder ein die wissen wie man zu den Touriattraktionen kommen, einem ein cheapes Angebot machen und dann doch irgendwo am Arsch der Welt absetzen um einen in ein "TouriBuero" zu schleppen versuchen. Dann bleibt nur noch eins, weiter gehen und versuchen jemanden in Uniform zu finden- oder die Metro. Die ist modernern als in den meisten westlichen Staedten, gut klimatisiert und billig. Das war an diesem Tag die Rettung. Und der junge Inder der uns einfach zum Red Fort begleitete um dann einfach wieder seines Weges zu gehen.
Auf der Strasse wird man angestarrt. Gestarrt. Gestarrt. Also Blick senken und irgendwo rein verschwinden. Das war Tag Nummer eins. Depremierend. Auszehrend. Heiss. Am Ende lag ich im Zimmer und hatte furchtbares Heimweh. Doch man nehme Ohropax, schalte den Ventilator ein und rolle sich zusammen, dann wird alles gut.

Gestern war ich im Taj Mahal.
Die Zugfahrt in der 3.Klasse klimatisiert war so luxerioes dass ich es kaum glauben konnte. Ich bekam eine eigene Teekanne, Kekse und Gemueslaibchen mit Pommes, Felixketchup und Gemuese. Da waren die 2Stunden schon vorbei und ich war in Agra. Wenn man dort den Bahnhof verlaesst springen einen die Rickschafahrer foermlich an. Also einfach straight zum Prepaidstand. Alles andere waere Wahnsinn. Ich fuhr mit KK. und leistete mir einen ganzen Tag durch die Gegend kutschiert zu werden. ( manche Fahrer fuehren Buecher mit mit Empfehlungen von Leuten aus aller Herren Laender.) Und tatsaechlich ich bereute es (fast) gar nicht:
Zunaechst fuhren wir an einen Fluss in dem hunderte von Wasserbueffel schwammen und in dem die Frauen die Kleider und Tuecher anderer Leute waschen, und auskochen in grossen Eimern die mit Kuhfladen geheizt werden. Die bunten Tuecher liegen im Sand zum Trocknen und das schaut wirklich sehr schoen aus. Weiter gings entlang des Flusses zu einem Punkt an dem das Taj im Morgendunst erschien und Bauernkinder um mich herum huepften und unbedingt fotografiert werden wollten. Ich kam vorbei an 400Jahre alten Tempeln am Flussufer mit handbemalten, blumenverzierten Decken, die von sehr alten, lieben Indern behuetet werden. Auf der Strasse wird wie immer fest gehubt, die Leute winken und gucken neugierig unter das Rickschadach hinein. Es fahren Fahrraeder, Richsaschas, Autos, riesige Ochsengespanne und Kamelkutschen auf der Strasse kreuz und quer. Dazwischen huepfen Affen und Streifenhoernchen herum. Und oben drueber segeln Adler, Reiher und Papageien.
Das Taj ist einmalig, riesig, fuer Touris zirka 150mal so teuer wie fuer Inder und ich bin jetzt auf zirka 300 Familienfotos drauf. "Where are you from, what' s your name." Mehr war nicht noetig zu wissen um mich begeistert zu "Snapshoten". Das war ein wirklich schoener Tag. Auf den Zug zur Rueckfahrt wartete ich dann fast eine Stunde. Es war einer von diesen Zuegen die ich schon am Morgen gesehen habe und wo ich hoffte, nie einsteigen zu muessen, aber es war ganz im Gegenteil zu meinen Befuerchtungen total angenehm, und ich plauderte die ganze fahrt mit einem jungen Inder und einem aelteren Herren, der sehr gebildet war und sich geographisch und geschichtlich fast besser auskannte in Europa als ich :) In Delhi angekommen waren saemtliche Bahnsteige so verstopft dass ich glaubte gar nicht raus zu kommen, doch es gelang mir schlussendlich und ich sprang in eine Prepaidrickscha um dem naechtlichen Treiben auf Delhi' s Strassen zu entkommen.
Heute werd ich einen Nachtzug nach Pathankot nehmen und dann in der Frueh mit einem Bus nach Dharamsala weiter fahren. Endlich raus aus dieser Stadt- ich wuerds glaub ich nimmer aushalten hier.
Wow, soviel von mir- hoff euch gehts allen ganz gut im ruhigen Austria.
Allerliabste Griass from INDIA

1 Kommentar:

DocSeppi hat gesagt…

Wow, leiwander erster Bericht!! Freu mich scho auf weitere, und mehr Phoootos!! Lg, Seppi