Freitag, 15. Juni 2007

Die Reise ins Nirgendwo

Gestern Abend war es endlich so weit, ich kletterte ins dritte Geschoss der Liegen im Schlafwagen und hoffte auf eine angenehme Fahrt. Zugfahren in Indien ist wirlich ein Erlebniss. Die Leute bringen ihr essen mit, die Kinder turnen in der Gegend herum, und wenn alle halbwegs erschoepft sind vom vielen Quasseln, werden Leintuecher und Polster ausgeteilt und man kuschelt sich zusammen auf die Liegen mit Freunden oder Kindern. Dabei muss ich mal eine wirklich wichtige Meldung machen: Maenner tauschen in Indien mehr Zaertlichkeiten aus als sie es mit den Frauen tun. Da gibts Gruppenkuscheln, Haendchenhalten, auf den Schultern liegende Haende und so wird durch die Strasse gewandert...echts suess :)
Konnte meinen Rucksack anketten und wurde immer wieder ermutigt zu schlafen, weil das ja sooo wichtig fuer mich sei. Nicht in einem Moment zweifelte ich daran dass meine Reisekompanen, 8Studenten aus Kaschmir absolut ehrlich und vertrauenswuerdig sein. Um vier uhr machte ich mich dran in der Dunkelheit alles zusammen zu kramen und mich zum Ausgang zu bewegen. Dabei hab ich wohl vergessen dass ich ja in einem Indischen Zug bin, und dass der sicher nicht wie geplant um 4:20, sondern eher um 5:45 in Pathankot ankam...supa, aber es war wenigstens schon hell zu dieser Zeit, was ich auch sehr schaetzte.
Mein erster Regen in Indien, der in der Nacht schon aufs Zugdach prasselte, machte auch davor nicht halt mich in der Fahrradrickscha nass zu machen und so kam ich etwas durchnaesst am Busbahnhof an, wo ich einfach einschlief. Ich konnte meine Augen keinen Moment mehr offen halten- vor allem nicht mit der Aussicht, 2 Stunden auf den Bus warten zu muessen. Als dieser dann kam machte man mich lautstark darauf aufmerksam und so bekam ich auch den einzig ertraeglichen Platz: direkt hinter dem Fahrer, etwas abgesenkt, damit man nicht die ganze Zeit mitfiebern muss, ob es wohl beim Ueberholvorgang in der Kurve auf Sand/Steinstrassen doch Gegenverkehr gibt, trozt der Dauerhupe. Besonders lustig wurde es dann erst als mich 20jaehrige Inder anfingen auszufratscheln... dieser Junge aus Panjabi hatte eine Sprache, dass muss ich unbedingt aufnehmen und euch vorspielen, unglaublich schnell, verwirrend mit rattergeraeuschen....
Ich bin gut angekommen, hab mir einfach mal ein Guesthouse gesucht, dass halbwegs ok ist und werde wohl in den naechsten Tagen nach Aderausschaubalkonen auf die Suche gehen. Es fliegen soo riesige Voegel herum, unglaublich und das vor einem weitem Tal mit Reisfeldern und im Ruecken das unglaublich riesige Himalayagebierge.

Fotos gibts das naechste mal wieder, muss jetzt heitschi beitschi gehn...

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

hej ulli, das klingt alles sooo schön, freu mich, dass es dir gefällt, in wien gibt´s - eh klar - nichts neues!!schöne reise noch,karin