Freitag, 17. August 2007

BABA Indien

Back to Delhi. Kanns kaum glauben, aber das ist mein letzter Tag in Indien. Ich habe mich gegen meine Aengste entschieden und bin doch wieder mitten rein ins Geschehen in den Travellerbezirk von Delhi. Und es ist gar nicht so schlimm muss ich sagen, anscheinend lernt man doch was in den 2 Monaten die ich hier verbracht habe, auch wenn man Delhi nicht mit Nordindien vergleichen kann. Die Tage in Ladakh waren traumhaft schoen. Ich habe einen Ausflug ins Nubratal gemacht, bin dort auf einem Kamel geritten und hab die Wuestenlandschaft mit den kleinen, oasenaehnlichen Doerfern am Fluss genossen, mit Blumen und Blumen und Marillenbaeumen. Leider hat s mich wieder einmal ein bisschen hergeputzt und ich bekam 39grad Fieber und Durchfall, und das mit dem Gedanken am naechsten Tag wieder zurueck ueber die hoechste Strasse der Welt fahren zu muessen und nur 3 Tage spaeter auf nach Delhi zu duesen. Das Glueck und Reisendenleben stellte mir 2 voll liebe Deutsche Frauen zur Seite, eine davon Krankenschwester und eine junge Amerikanerin, die mich abwechselnd mit Trinken und kalten Umschlaegen versorgten. Ich bin ihnen zu allergroesstem Dank verpflichtet. Nichts schafft soviel Erleichterung als sich versorgt zu wissen wenn es einem nicht gut geht. Mein Dank geht auch an Paracetamol und zur Rettung der Wuerde an Loperamid, ohne denen ich wohl diese Reise zurueck nach Leh nicht ohne groessere Katastrophen ueberstanden haette. An meinem letzten Tag bin ich dann noch zu einer Puja gegangen in einem total schoen an den Berg gebauten Kloster. Ladakhs Haeuser haben mich echt begeistert. Die sind sooo wunderschoen, mit Blumen und Holz...und dazu noch echt liebe Leute. Am Donnerstag 3:15 heissts dann aufstehen und ich fahre zum Busbahnhof, klettere aufs Dach um meinen Rucksack sicher zu verstauen und lande dann neben 2 Hollaendern die gerade die 2.Woche ihrer 1Jaehrigen Reise durch Asien haben. Aufregend. Wir fahren den ganzen Tag in unserm SemiDelux Bus und kommen bei Anbruch der Dunkelheit in einem Dorf an, das wohl verschlafen hat dass der Nationalfeiertag gestern war, und sich immer noch die Koepfe wegdroehnte mit selbstgebrautem Schnaps. Also war es gar nicht so einfach eine Unterkunft zu finden- man ist halt nie in der besten Position wenns schon dunkel wird und die Leute wissen dass du nichts anderes mehr finden wirst, aber die 100rps. fuer ein echt eckelhaftes Zimmer zu 8.- Nein Danke. So lande ich mit Israelis, 2 Russen, und meinen Hollaendern in einem Zelt auf einem Dach und wir kuscheln uns ganz eng zusammen um die wenigen Studen bis zur Abfahrt um 3:30 noch zu schlafen. Die Landschaft wird in weiches Licht getaucht als die Sonne endlich aufgeht und ich kuschle mich in meine orange Yakdecke um noch etwas zu schlafen. Am Rohtangpass, dem letzten grossen Hinderniss, grasen Wildpferde in der Morgensonne, und voellig unverhofft sehe ich meine ersten 2 Yaks aus naechster naehe....YAAAAK. Kuschelig, URIG.
In Manali heissts dann ausruhen fuer die Busfahrt die um 4 Uhr weiter geht, in einem Sleeper nach Delhi. Ich beziehe also mein "Bett" ganz vorne im Bus und werde noch total lieb von SchuhputzerJungs verabschiedet (incl.Blume ;)) Der Mann im Bus neben mir reicht mir noch einen riesen Apfel als Proviant- so kann ja wohl nichts mehr schief gehen oder? Und ich muss sagen es war echt schoen so liegender Weise in den Sueden zu pressen. Fenster auf und geniessen. Nur das Rammen des Lkws auf der Fahrt hat mich a bissi irritiert- das Geraeusch war so aehnlich wie beim Coladosen zerdruecken, und wir haben nicht mal gebremst...Thats India. Heute Nacht um 00:45 geht mein Flug nach Bangkok, und ich kanns wieder einmal gar nicht glauben. Aber ich muss sagen dass ich mir den Haxn ausfreue Philipp endlich zu treffen. 10 Wochen allein sein reichen ;)
Also dann, pack die Badehose ein...endlich Wasser, schwimmen und herumflacken, sooo fein.

Ich komme wieder.

Mittwoch, 8. August 2007

Bergluft und Schwindelgefuehl

Endlich, ich bin auf Reisen....es war echt hoechste Zeit fuer mich Mcleod zu verlassen...

Bin am Sonntag nach Bir geduest mit einer Gruppe von Studenten aus New Orleans, dort hab ich dann nochmal das Monastery von Tsering besucht, meinen Moenchsfreund, um dann am naechsten Tag mit einem Governmental Bus nach Manali zu pressen. Um 2,5 euro ueber 7 stunden in der letzten Sitzreihe, weil ich dort genug Platz fuer meinen riesen Rucksack hatte, allerdings ist das natuerlich auch die aergste Schupferei und ich hatte Druckstellen im Genick und am Knie....wurscht, das nennt ich einfach mal Abenteuer ;) in Manali angekommen bin ich dann vorbei geschlupft an den ganzen Taxlern und Hotelwerbern, rein ins naechste Reisebuero und habe einen Jeep gebucht fuer die folgende Nacht. Es war ja mittlerweile eh schon abends, aber ich wollte einfach so schnell es geht weiter Richtung Norden. Also bin ich um 2 Uhr in der Frueh in einen Jeep gekrochen ( nach 3 h Schlaf) und habe meine Reise ins Bergland angetreten, gemeinsam mit 3 Spaniern, 4 Reisenden aus Tschechien, und 2 Tibetern, einer davon der echt gute Fahrer.... es begann sehr bald zu daemmern und als wir den ersten Pass passierten, sahen wir schon die Sonne in den Wolken ueber den Schneebedeckten Berggipfeln blitzen....die Fahrt war soo schoen und spannend....durch Fluesse, ueber Hochebenen, ueber den 2. hoechsten Pass der Erde mit 5300m Hoehe. Vorbei an tuerkisblauen Fluessen mit bizarren Felsformationen, die aussehen wie kleine Sandkupfe....gestoppt wurde immer in Zeltlagern in denen wir Chai tranken und irgendwie vesuchten hinter den spaerlich vorhandenen Versteckmoeglichkeiten uns des vielen Wassers zu entledigen, das wir tranken um nicht all zu Hoehenkrank zu werden. Doch ich muss schon sagen, schwindlig war mir ordentlich und jetzt da ich in Leh bin, auf 3500m, bei 30grad und blauen himmel, faellt es schwer, nicht aus der puste zu kommen, wenn man in der niedlichen stadt herumspaziert. werd mich jetzt mal auf die Suche nach Jeeps zu einem riesen See an der Grenze zu Tibet machen....freu mich so hier zu sein.....

Freitag, 3. August 2007

Baba Mcleod







That' s it, I am leaving. I can hardly believe that I will go out of Mcleod and not come back for the next....year I guess ? ;) whatever. war heute mit Felicitas einer Oesterreicherin die schon seit 20 jahren hier in den Bergen lebt und Dr.Barbara NathWieser bei einem wunderbaren Felsentempel, mit dem offenen Jeep durch den Jungel gurken, dass macht Spass. Die Landschaft hier ist so unglaublich, faehrt man nur wenige Kilometer aus Mcleod raus steht man mitten in Reisfeldern, zwischen riesen Bambusbueschen und Wasserbueffeln. Also vom Hochgebirge in den Jungel in 30min, das ist total schoen....

..wow heute geht das uploaden der bilder so schnell dass ich es kaum glauben kann...


also hier steh i in typischen tibetischen maennergewand, normalerweise wird der mantel etwas nach oben gezogen, und schaut dann nicht so weiblich aus, das gewand kommt aus amdo und wurde von der mutter, einer nomadin fuer ihren sohn , rabten, ein guter freund von mir, genaeht. es war echt total lustig diese chupa zu tragen, zudem ist sie sau warm und praktisch, vorne tragen die nomaden ihre holzschuessel fuer tee und essen, und alle moeglichen anderen dinge. am bild darueber seht ihr die berge hinter mcleod, also himalaya, da war ich letztes wochenende und habe auf 3000m in einer huette, oder sagen wir stall auf einem bett mit einer londonderin und ihren 2 soehnen, 5 und 7 jahre alt, geschlaften, das war soooo kuschelig, und das gute nachtlied ging etwas so:

there were 4 lying in bed and the little one said: roll over, roll over, so they all roll over and one fell out and he fell on the floor and he gave a loud shout: auuuuu, always remember to tie on your pyjamas, single bed are only made for one, two, three, ... there were three lying in bed...

das war sooo suess...

es war auch das teuerste zimmer in dem ich je geschlafen habe: 500 rps, aber, im gebirge ein dach ueber den kopf zu haben, wo der nebel mit sonnenschein und gewitter im viertelstundentakt wechselt, das hat schon was, freu mi jetzt schon euch die fotos zu zeigen, war echt soo schoen.

das oberste foto hab ich heute gemacht bei einem hindutempelbesuch, inclusive gesegnete reispuffs essen und gesegnetes wasser trinken und orangenen kleks auf die stirn verpasst zu kriegen. morgen gehts dann los, zunaechst nach bir in das monastery das ich gern in zukunft unterstuetzen wuerde und dann weiter nach manali, von dort aus werde ich eine 2tagesreise im bus antreten, ueber den hoechsten pass der erde...bin schon sooo excited!!! leider scheint das internet in ladakh echt teuer zu sein weshalb ich wohl erst wieder in 2 wochen schreiben werde, wenn ich nach delhi gurke um nach bangkok zu fliegen.....koennt grad loshuepfen vor lauter freude,...

zum abschied von meinem moenchsfreund tsering habe ich heute eine mala geschenkt bekommen, das ist die buddhistische gebetskette, gesegnet vom dalai lama, sowie auch die gesegneten tibet.medizin.pillen die fuer eine gschmuffte verdauung sorgen sollen, und ein blatt vom baum unter dem buddha erleuchtet wurde hab ich auch gekriegt, ich haette grad heulen koennen vor glueck....werd die leute hier vermissen.....

Donnerstag, 26. Juli 2007

morning impression

Da schau her wie schnell ich wieder poste....

Wollte das hier schon seit Tagen nieder schreiben:

Am ersten Tag an dem ich mich wieder gesund gefuehlt habe, hab ich den Spaziergang zum Delek so derart genossen, dass ich enorme Gluecksgefuehle entwickelt habe, an denen ich euch teilhaben lassen will....war das grad deutsch?

Ich wache auf mit den zarten Klaengen einer Gebetsmuehle, die tgl. zu etwa der selben Zeit erklingt, danach geh ich raus, es riecht nach Raeucherstaebchen und die Marktlaeute bauen schon eifrig ihre Staende auf. Noch sind die Strassen voll von Kuhkake, aber die verschwindet im laufe des Tages. Ich geh vorbei an der Leprakranken Frau die immer mit einer 2l Flasche Sprite am Strassenrand sitzt und mir ein freundliches aber eindringliches NAMASTEEEEE ins Ohr posaund, meint soviel wie, "gib ma do a poar ruppees" Weiter fuehrt mich mein Weg am Lager der Obdachlosen und Kranken vorbei, die noch zu muede sind um mir ihre Haende entgegen zu strecken - wir laecheln uns einfach zu... Heute begleitet mich wieder einer der lieben Strassenhunde, ein mittelgrosser, schwarzer mit buschigen Schwanz der vor Wochen von einem Taxi angefahren wurde und seitdem eine Pletschn (fuer alle Vorarlberger: Rufa ?) auf seinem Kopf hat, ich hab nu ein Keks dabei ueber das er sich schwanzwaedelnd freut. Rein gehts in mein allmorgendliches-Lieblingscafe und dann die Strasse beim Tempel vorbei, wo schon die Tibeter ihre Runden mit den Gebetsmuehlen ziehen, weiter an einem Ashram aus dem sich ueberschlagende Indische Gebets-tuedldue-funky-music gemischt mit Raucherstaebchenduft dringt. Am Eingang kehrt der grauhaarige Hueter des Tempel gerade zusammen, mit den Haaren zu einer vornehmen Guruknoedel gedreht, und einem laaangen weissen Bart... Weiter gehts abwaerts, der Nebel steigt aus dem Tal auf und man kann die umliegenden Reisfelder schemenhaft erkennen. Aus den Strassenloechern blubbert froehlich Wasser heraus und bildet kleine Fluesse die mich begleiten. Ich komme beim RoyalEnfield Workshop vorbei in dem den ganzen Tag lang froehlich gezangelt wird und der so immer Treff aller Kulturen ist- vom haengengebliebenen Westler ueber den Tibetischen Businessman zum indischen Poser ist alles vertraeten. Auf der haelfte meines Weges begegnen mir dann die indischen Arbeiter die teilweise mit Kindern, gehuellt in bunte Saris den langen Weg nach mcleod gehen um dort den ganzen Tag auf Baustellen zu schuften. Ich habe noch nie in meinem Leben Menschen so hart koerperlich arbeiten sehen. Die Lasten die die Frauen auf ihren Koepfen tragen sind schon vom alleine nur hinschauen kaum zu ertragen : Steine, Lehm, Erde...in Koerben auf den Koepfen, den Berg hinauf und hinab, in die Mischmaschine rein etc. Schliesslich erreiche ich das Delek Hospital und werde wie jeden Tag total lieb von den Reinigungsfrauen gegruesst...der Tag kann beginnen, ich bin gluecklich.

Mittwoch, 25. Juli 2007

Basisarbeit

Krank sein in Indien ist kein Spass!
Letzte Woche war es dann so weit, die grosse Krankheit ist ueber mich hergefallen. Nachdem ich mich schon am Wochenende unpackbar muede gefuehlt habe, konnte ich 2 Tage mal nicht aus dem Bett, verspuerte keinen Appettit, das was ich ass schmeckte nicht und ich begann in ein tiefes Loch aus Selbstmitleid, Schmerz und Heimweh zu fallen. Dazu kam Fieber und als i-Tuepfchen eine wassrige Diarrhoe dass es dich nimma aus dem Haus gehen freut... So sieht das also aus wenn man alleine im Zimmer liegt, fiebrig, scherzhaft und niemand bringt einem Tee, es gibt keinen Zwieback zu essen, und niemand legt einem die Hand auf die Stirn und bemitleidet einem. Das kann ziemlich an die Substanz gehen, also bin ich zu meinen Kolleges ins Delek Hospital gefahren und hab mich mal kraeftig ausgeheult. Ich bin drauf hin auf 2 Antibiotika gesetzt worden, wobei mir von dem einen so sau uebel geworden ist, dass es mit dem Essen wiederum nichts geworden ist. Also noch mehr Medikamente damit ich meine Aeuglein aus den Hoehlen bringe und nicht komplett dehydriere....das war also meine letzte Woche in McLeod. Das Wochenende hat dann schon wieder komplett anders ausgesehen. Abgeschirmt durch die Antbiotika, gings auf nach Bir mit Brendeon (ehemann meiner arbeitskollegin) und meinem Lieblingsmoenchsfreund Tserin zu dessen Kloster, gemeinsam mit 3 anderen Moenchen. Und wer glaub dass man da artig und stumm im Auto sitzt hat sich geirrt- selten gibts was lustigeres als mit Moenchen auf Reisen zu gehen: da wird man auf gegrillte Maiskolben als Snack eingeladen, es werden Hunde durch haeftiges Haenderingen und Moenchisches "Zischen" von der Strasse geleitet, man macht Teepausen in Mangobaumgaerten alter indischer Koenigspalaeste, und singt dazwischen ein paar Gebete vor sich hin....ich habe das Wochenende echt genossen- wir haben einen Health Talk in Tserins Kloster gehalten, da dort die Moenche an jedem 8.Tag des tibetischen Monats den Kopf mit den selben Rasierklingen geschoren bekommen, und die Hepatitis B Rate ist nicht grad die niedrigste, also hat Brandon mal einen ganzen Haufen Rasierer gesponsert....es mangelt allerdings auch an Zahnbuersten und Zahnpaste und Seife....dafuer wuerde ich echt gern ein Projekt starten, da Hygiene sehr wichtig ist bei solchen Menschenmassen auf so engem Raum. Die Moenche haben total viele Fragen gestellt und ich war schwer damit beschaeftigt, spirituell korrekt und medizinisch richtig die Aufklaerung ueber Tuberkulose und Hepatitis B durchzufuehren....war ein total schoens Gefuehl... danach sind wir in verschiedene Kloester gefahren, ich habe meine ersten persoenlich sehr bereichernden Buddhismuslehren erhalten und muss schon zugeben, dass es schoen waere etwas von diesem Lebensgefuehl aufrecht zu erhalten.
Diese Woche fuehre ich alle meine Experteninterviews, und nachdem ich die Surveydaten jetzt doch verwenden darf, werd ich weiterhin im Public Health Office hocken und Daten einhaemmern,denn naechste Woche gehts ab nach Ladakh wenn meine sehr minimierten Kraefte es bis dahin erlauben, und ich freu mir schon den Haxn aus...

Freitag, 13. Juli 2007

Long time no see

zunaechst einmal sorry dass ich sooooo lange nichts mehr von mir hoeren hab lassen, hab natuerlich total super ausreden dafuer:
Erstens: kaum zu glauben aber war hab ich Franziska getroffen, eine ehemalige Kindergartenkollegin, die ich seit sicher 15jahren nicht mehr gesehen hab und nun in einem internetcafe hier in mcleod getroffen hab. wir haben auf jeden Fall jede Menge Spass und essen viel Fruchtsalat und Schokobaellchen mit Kokos oder Brownies.....
Zweitens: Der Geburtstag des Dalai Lama: ur viele liebe kleine Kinder die in traditionellen Gewaendern, singenderweise im Kreise tanzen vor dem ganzen Stab der hohen Lamas, bis auf den Dalai, der war nicht da. Dudelsackblaeser, Trommler, Tibet.Gitarre und mehr machten traumhaft schoene Musik und ich hatte das Gefuehl irgendwo in Lhasa zu stehen. Am Morgen ging ich die Tempelrunde zur Stupa um unter lautern Tibetern Buttertee zu trinken und Reis zu essen um nach dem Singen der Nationalhymne Tsampa in die Luft zu schmeissen = weisses Pulver zur Geschmacksverbesserung dass durch die Luft flog und die Tibeter in ihren Feiertagsgewaendern unter den bunten Gebetsfahnen in weisse Wolken tauchte. Es war wirklich sehr schoen und am naechsten Tag gingen die Teachings los zu denen ich 2 mal hinschaute, und da war er dann, der Dalai Lama hoechst persoenlich , zum Greifen nahe schritt er vorbei bei uns mit einem dicken Grinser, die Leute segnend, von Moenchen mit riesen Raeucherstaebchen begleitet....Soooo aufregend!!!!
Drittens: ich hackle im Krankenhaus sooo viel an dem Projekt, wir haben ein Meeting fuer die ganzen health worker gemacht um sie in die studie einzuweisen und danach in das nationale Tuberkuloseprogramm. Dazu kann ich nur eines sagen: WENN DIE KANE KEKS HAM GEMMA WIDA HAAAM. Also um es mal harmlos auszudruecken: ohne tee und kekse geht in indien gar nichts!!!! Und dann hoert man als erste Antwort auf die Anfrage, ob sie denn zum Meeting kommen glatt: wer zahlt denn Tee und Kekse??? Unbelievable wuerd ich mal sagen.
Viertens: nachdem ich jetzt schon ein Monat da bin kenn ich die Haelfte aller Tibeter hier, weshalb ich kaum Zeit finde ins Internet zu gehen, das ist aber doch sehr positiv wuerd i mal meinen ;) drum zieh ich jetzt meine Runden...am Sonntag gibts grosse Puja (gebet) fuer den Dalai Lama (long life), das wird sicherlich schoen, und morgen hab ich frei, das heisst es gibt porridge zum fruehstueck (haferschleim, der braucht imma a bissi laenger bis dass er kocht ist :))

Mittwoch, 4. Juli 2007




die kleine Uta und die grosse Welt

Wow, so fuehlt sich also "komplette" Abgeschiedenheit an": das Internet hat seit Samstag nicht funktioniert, die Wertkarte meines Handys war leer, ebenso wie meine Geldtasche, also versuchte ich den Bankomat etwas Bares zu entlocken, der war leider kaputt. Kein Geld, keine Connection zur Aussenwelt, leiwond, aber, wie man hier zu sagen pflegt: that' s India.
Mittlerweile funktioniert wieder alles. Reinhard ist leider gestern abgereist, das heisst ich muss mich als Maedl ganz alleine durch die Raeucherstaebchen, Kuhscheisse, hupende Autos, Hunde und Kuehe und Esel, Motorrad, Bettler- gefuellten Strassen kaempfen. Aber auch da kann ich nur mehr sagen: that' s India. Es ist halt ur die Action und man ist immer froh nicht von einer Autorikscha niedergefuehrt worden zu sein. Mittlerweile habe ich begonnen an der Survey zu arbeiten, doch bin ich mir nicht ganz sicher ob irgendwelche Resultate innerhalb eines Jahres zu stande kommen werden, denn hier dauerts einfach a bissi laenger... naja, schau ma amal wozu man die lieben Tibeter und Inder so bewegen kann. Ich hab auf jeden Fall Kontakt zu einem Moench, wenn der grinst dann ist man ueber gluecklich und das aus tiefsten Herzen. Das nenn ich einen wahren Moench, so wie man es sich vorstellt :) ich hoff ich kann mal ein Bild machen und es dann ins Netz stellen, damit ihr auch alle bis in die Zehennaegel gluecklich seit. Wir haben ausgemacht dass er mir ein bisschen Tibetisch Unterricht gibt, mal schaun ob das zu schaffen ist- aber was ich so mitgekriegt hab, ist das nu schwerer als chinesisch. Am Freitag hat der Dalai Lama Geburtstag, das heisst dass die ganze Stadt feiern wird, und ab Samstag gibts dann eine Woche lang Teachings von ihm. Bin schon total aufgeregt und freu mich, obwohl ich bezweifle sehr viel zu verstehen- mit meiner doch eher "seichten" Spiritualitaet- mal gemessen an den Tibetern, die jeden Tag ihre Runden um das Anwesen des Dalai Lamas drehen, mit Gebetskette und Muehle geruestet, wandern sie den, mit Gebetsfahnen und bunt bemalten Steinen gesaeumten Weg mindestens einmal, aber wenn oefters, immer in einer ungeraden Zahl. Das ist so ein beruhigendes Bild, und wenn man sich hinsetzt, dann kann man ganz vielen grauhaarigen, von Schnee und Eis gealterten, mit goldenen Zaehnen laechelnden, in traditioneller indischer Kleidung wandernden Tibetern "Tashi Delek" sagen, und sie freuen sich darueber, bringen ihre Haende vor der Brust zusammen und Lachen "Tashi Delek" zurueck...
Die Tibeter sind wirklich ein herzallerliebstes Volk, diejenigen die man naeher kennen gelernt hat, werden einen immer Gruessen, sie lassen einen unter ihre grossen Regenbogenfarbenen Schirme schlupfen wenn es regnet und sind immer zuvorkommend.
Es gibt einige Schlupfwege, die einen schneller zum Krankenhaus bringen. ich gehe aber jeden Tag die etwas laengere Strasse runter, das dauert so 25min, da man mir gesagt hat, dass diese Wege nicht so safe sind wenn man allein unterwegs ist. Heute am morgen bei der Besprechung im Krankenhaus, musste ich dann feststellen, dass dies keineswegs nur gschichtln sind: eine Deutsche Urlauberin, die alleine in den Schleichwegen unterwegs war, wurde ueberfallen und den Weg hinunter gestossen. Es ist ihr gott sei dank nichts passiert, aber irgendwie hab ich schon mal schlucken muessen. Das andere krasse Gschichtl ist: jetzt geht das internet endlich wieder, und wie ich da so sitz und meine mails checke, hoere ich am NachbarPC eine bekannte Stimme: es ist eine Zwettlerin, quasi ehemals Kindergarten-Sandkasten-Kollegin, mit der ich seit dieser Zeit wohl keinen Kontakt mehr hatte. Kleine Kleine Welt. Aber um den Titel meines Blogs zu kommentieren: heute fuehlte ich mich einfach klein, unwissend, nichts vorwaerts bringend und irgendwie LOST. Drum grossen Dank an Philipp, meinen Schatz, den Meister was rettende Worte betrifft. Merci.
Und natuerlich einen lieben Gruss an Reinhard, der nun wieder unter den Waldviertlern weilt, so wie es sich gehoert, wenns mal an gscheitn Sommer gibt.
KNUDDL EUCH GANZ FEST

Montag, 25. Juni 2007

Bloody Monday

doofer kleiner Affe der die Kekse gefressen hat...
blick von meiner terasse auf den ueber 5000m hohen Berg dessen namen ich noch nicht kenne..
Stupa (Tempel) im 'Zentrum" von Mc Leod. rund herum sind gebetsmuehlen angebracht die von den tibetern gedreht werden und schon frueh morgens erklingen...

Gut, auch auf 1800m in Nordindien kann man einmal einen wahren Scheisstag haben. Nachdem mein liebstes Fruehstueckslokal noch nicht offen hatte, da heute Montag ist und das bedeutet so viel wie Sonntag bei uns, sperren alle Laeden irgendwann auf oder auch gar nicht, je nachdem wie es ihnen gefaellt. Also hab ich mir einen Ersatz gesucht. Das war ja noch gar nicht mal uebel, doch als ich mich dann auf den Weg Downhill gemacht habe, musst ich so 500m nach der letzten Taximoeglichkeit feststellen, dass es zu regnen begann. Ok. Immer noch in Ordnung da ich ja einen total coolen Regenponcho dabei habe. Ich geh so dahin, und der Sand auf der so fortgewaschen wird sammelt sich zwischen meinen Zehen- schon lustig, dass man immer dann Sandalen anhat, wenn man sie nicht braucht- oder doch? Der Regen wird so stark dass selbst der Poncho aufgibt, die Hose hat sich mittlerweile bis ueber die Knie angesogen, ich latsche Knoecheltief in den Fluten die die broeckelige Bergstrasse runterstroemen. An jedem anderen Tag fahren Taxis vorbei. Nur heute nicht, also komme ich durchgwagt im Krankenhaus an, geb die Unterlagen fuer den Chef ab, die gluecklicherweise im Rucksack trocken geblieben sind und nehme ein Taxi in die Stadt hinauf, um mich umzuziehen. Der Taxifahrer erwaehnt irgendetwas von einem Streik,nicht gewillt nur irgendwie zu warten, und dampft ab. Ich eile in den dritten Stock, zuecke meinen Schluesselbund und muss feststellen, dass der Schluessel nicht da ist. Tres bien. Also nichts wie runter in die Rezeption, die haben gott sei dank noch Ersatzschluessel, wobei von den 5 am Bund nur einer funktionierte. Ich zieh mich um, runter auf die Strasse, dort liegt der Schluessel den ich anscheinend beim Aussteigen verloren habe. Vor zum Taxistand nehme ich noch Buntstifte fuer einen kleinen Moench mit den man gerade begonnen hat auf tuberkulose zu behandeln, und der ganz allein in einem riesen Zimmer im Krankenhaus liegt. Die Taxifahrer verweigern mich zu fuehren. Ich steh fragend im stroemenden Regen und wundere mich nur mehr ueber einen derart excellenten Start in die Woche- zumindest fuer uns Westler. Schliesslich erbarmt sich noch ein Fahrer und Schippert mich die Ueberfluteten Strassen zum Hospital runter. Der Vormittag verlaeuft ruhig mit einigen Deutschen die ich ueber ihre DiarrhoeBehandlung aufklaere und einer Koreanerin der ich einen positiven Schwangerschafttest ueberreichte, worauf sie in Traenen ausbrach und ihr indischer Freund mich unterschwellig um das Einleiten eines Schwangerschaftsabbruchs bat, da sie ja nur Yogaausbildung machen wuerde um gleich mal wieder nach Korea abzuduesen. Eine echt verzwickete Situation, doch die Loesung scheint fest zu stehen- zumindest fuer den Inder. Ich hab mir sagen lassen, dass Buddhisten niemals eine Abtreibung durchfuehren wuerden.
Ich nutze die Zeit bis zur Abfahrt in die Klinik in Mc Leod mit Dr. John um mir was zu futtern rein zu stellen. Im einzigen Restaurant in Hospitalsnaehe kann man eigentlich nur die fried momos essen, also bestell ich die bei der vorbei laufenden, jungen Koechin. Als nach 15 min immer noch nichts da ist frag ich mal nach, jaja, Momos sind leer. Nagut, dann nehm ich halt fried rice, pricklend. Auf den wart ich auch noch mal 15min. Ich mach ihnen ein bisschen Streeesss und schlinge dann soviel wie geht in mich rein, immer die Strasse beobachtend, ob eh der Arztwagen noch nicht vorbeifaehrt. Als ich zahlen will, muss der Besitzter erst Wechselgeld holen gehen. Ich sitz auf Nadeln. Laufe den Berg hoch zum Abfahrtspunkt und hoere um die Kurve vor mir ein Auto wegfahren. Das Arztauto. Mir ist nach Schreien und Weinen und ich latsche einfach den Berg hoch in der ziemlich drueckenden Schwuele eines Tages vor dem Monsun, einige Hoehenmeter mit hupenden Auto, voller Blase, zwickenden Bauch,..... Ich rufe Reinhard an, der uebrigens auch einen Kak Tag hatte und wir setzen uns in die Chocolate Log um Chocokuchen zu mampfen. Das freut das Herz und hebt die Stimmung...vielleicht wirds ja doch noch was mit diesem Montag....

Ansonsten habe ich eine Buddhistische Weisheit gelernt: mit Peace laesst sich alles besser loesen.
Bloss keine Hektik. Bloss kein Grant. Vor allem wenn man mit einer Schachtel Kekse auf der Terasse sitzt und sich von drei Seiten Affen anprischen. Frech, direkt und unverschaemt, auf klatschen fast schon aggressiv reagierend, springt er neben mir auf den Tisch und schnappt sich die angerissene Packung Kekse leert sie auf den Boden. Schnappt sich noch die geschlossenen Packung und macht sich dran, fein saeuberlich (er putzt die Kekse noch ab bevor er sie isst) alle Kekse aufzumampfen und gleichzeitig vor seinen Kollegen zu beschuetzen. Er faengt sogar an herzukroebeln als wir versuchten ihn los zu werden. Es ist nicht zu spassen mit den Viechern, die haben ganz ekelhafte Zaehne. Also ab sofort heissts. Hasst du die eine Packung Kekse mir geklaut, biete ich dir auch gerne die zweite an :)
Bei meiner Diplomarbeitsrecherche hat sich auch eine wichtige Wende ergeben. Hier im Delek Hospital gibt es endlos viele Tuberkulosepatienten. Und das ist der Grund, warum ich als Mitarbeiterin auf Zeit fuer das Delek eine Umfrage starten werde, um dann das geeignete Aufklaerungsprogramm starten zu koennen, und gleichzeitig Daten zu sammeln, die es der RNTCP, dem Indischen Programm zur Tuberkulosebehandlung erlauben wird, eine gute Unterstuetzung fuers Delek aufzufahren. Bin total gluecklich darueber, da ich was sinnvolles mache und daraus gleichzeitig meine Arbeit formen kann. Echt schoen und ein gutes Gefuehl.

Mittwoch, 20. Juni 2007

Westliche Medizin auf Indisch mit Tibetern

Am Montag war mein erster Tag im Delek Hospital- spannender als so manche Famulatur:
Das Spital wird von einem total netten Tibeter geleitet namens, und jetzt heisst festhalten: SATAN, ein weiterer wirklich kompetenter Tibetischer Arzt leitet meist die Visiten, er ist sehr jung und spricht arg-tibetisch-akzentuiertes Englisch, was es fuer mich sehr schwer machte ueberhaupt irgendetwas zu verstehen in den ersten Stunden, danke an dieser Stelle fuer die tollle Medizinische Universitaet Wien, die es mir moeglich machte einen "medical english course" zu besuchen- anyway, learning by doing ist sowieso viel besser und so lief der Tag auch ab. Nachdem ich die Morgenstunden in der Ambulanz mit einer Schottischen Aerztin verbrachte hatte, die alles von einer Krankenschwester uebersetzt bekommen hat, musste ich feststellen, dass so cirka jeder 3. Tibeter an Tuberkulose leidet und die Westler alle Durchfall hatten. Zu Mittag ging ich dann in ein mehr oder weniger prickelndes Restaurant und pickte die Reiskoerner meines 30cent veggi-reises in mich hinein, wohl wissend, dass sowohl auf der Gabel als auch auf jedem Korn ein Parasit oder Bakterium auf warten koennte und mir selbige Mieseren einprocken koennte, die ich mir nun jeden Tag in der Ambulanz ansehen darf. Am Nachmittag gings dann richtig los:
Dr.John, der Mann der schottischen Aerztin fragte mich ob ich naehen koenne, ich meinte, dass ich es einmal gemacht haette, daraufhin fand ich mich im emergencyzimmer wieder. Die Patientin, eine 20jaehrige Tibeterin mit Mutter und Freund schauen mir hilflos entgegen. Sie hatte sich beim Glaeserwaschen eine cirka 4cm lange und sehr tiefe Wunde unterhalb des kleinen Fingers zugezogen, Fett und Blut quoll heraus. Am Blechtisch neben der Pritsche fand ich eine Nierenschuessel mit Nadelhalter und Pinzette, der Arzt reichte mir noch eine Nadel mit Faden, spritzte eine riesen Portion Anaesthetikum und verschwand. Ich nahm einen nach dem anderen herumliegenen Tupfer, traenkte sie in Jod und wiederholte das solange, bis weder Jod noch Tupfer mehr vorhanden waren- es musste also sein- zitternd wie nie zuvor startete ich meine Naht, die Patientin war echt tapfer und ich war unfaehig. ich machte einfach Knoten ohne zu ueberlegen wie man das chirurgisch korrekt durchfuehrte. dabei zitterte ich so sehr, dass mich irgendwann die Mutter fragte, ob sie vielleicht die Knoepfe fuer mich machen sollte...Schweiss stand auf meiner Stirn und ich fuehlte mich hilflos. Dazu kam, dass der Freund der Patientin mir so lieb zusprach: du machst das gut, das passt schon, wird schon- wie professionell ist das bitte??? Patienten die in Narkose sind sind das eine, doch ein junges Maedel mit einer Verletzung die ich selbst vor einem Jahr hatte, das war was anderes. Finally beschloss ich einfach genug genaeht zu haben, macht nocheinmal tuechtig sauber und liess der Nurse den Verband anlegen. Die Familie bedankte sich total lieb bei mir, ich schrieb ins Krankenblatt, dass sie die Naht nach 7Tagen entfernen koennen (Krankenblaetter fuehren die Pat. alle selbst mit, es wird nichts archiviert) und verabschiedete mich um Dr.John zu suchen, der ja nur drum abgehauen ist um eine Geburt im Zimmer neben an zu leiten. Als ich rein kam waren es nur mehr wenige Wehen, die spannendste Phase einer Geburt, und dann, mit einem flutsch war das niedliche tibetische Maedchen geboren- wir legten sie auf ein Brett mit dem Kopf nach unten damit das Atmen und abhursten erleichtert wird. Etwas seltsam fand ich, dass die Mutter das Kind nie wirklich in die Haende bekam, auch in den folgenden Tagen sah ich immer nur ihre 2 Freundinnen damit herumlaufen. Doch sie hatte auch einen argen Dammriss und wir mussten gestern nochmals die naehte entfernen und neu naehen. Ich musste wieder fast heulen, ich finde das sooo ruehrend! Danach gings wieder ins Emergency Zimmer in dem eine hysterische indische Frau lag, die sich dauernd die Hand in den rachen steckte um das bissi Magensaft zu erbrechen, das noch ueber war. Wir untersuchten sie was echt schwer war bei dem Herumgefuchtle. Was allerdings echt schoen ist: hier kommt jeder mit angehoerigen, die sich ruehrend kuemmern und Tag un Nacht die Pflege uebernehmen. Gleichzeitig kollabierte dann noch eine alte Frau am gang, die einen Schlaganfall erlitt, wir machten einen Neurostatus auf indisch und am naechsten Tag verpackten dann die Angehoergien die Frau in einen Rollstuhl um sie ueber eine Stunde ins naechste Spital zum CT zu fuehren, das natuerlich einen Insult ergab. Die Familien tun hier echt alles um ihren Patienten bei zu stehen, jene die alleine waeren, werden von Moenchen versorgt....So schoen, soviel Mitgefuehl- so an der Basis von medizinischer Versorgung- unsere Hygieneprofessoren wuerden schon eine Blutvergiftung vom reinen zusehen erleiden :) krieg grad ur Hunger und werd mir was nettes zum Happern suchen. Tibet. Essen ist uebrigens seeeehr mild- ideale krankenkost :)
bis ganz bald!

Dienstag, 19. Juni 2007

foto komplett





so jetzt nochmal ein versuch die beschriebenen fotos auch sichtbar zu machen :)

Sonntag, 17. Juni 2007

India meets Tibet

moenche mit cola und handy vor tempel :)
nonnen auf dem weg zum naechsten dorf
kleine suesse indische schulkinder die geduldig warteten bis sie nach der reihe in den tempel durften
mein sari und ich
wasserbueffel in agra und waeschewascher


mc leod ganj, ein kleines Nest unter einer grossen Gebirgskette. Irgendwie fuehl ich mich wie in einem Heimatfilm: Schneebedeckte Bergkaemme, Adler kreisen in der frischen Bergluft, Baeume soweit das Auge reicht,...waeren da nicht diese verrueckten Inder in ihren Autos....
Egal ob die Bremse funktioniert, die Fensterheber kaputt, die Scheibenwischer defekt, das Radio geklaut und Baeulen hint und vorn- hauptsache die Hupe funktioniert. Wuerde man hier ohne Hupe unterwegs sein, waere das Auto innerhalb von 5min Schrott, da bin ich mir sicher! Der sogenannte Hauptplatz (es passen 2 Busse drauf) ist immer verstopft, dazwischen stehen hysterisch herumfuchtelnde Polizisten mit Trillerpfeiferl, die die hupenden Autos versuchen in einer Komposition des Wahnsinns ueber den Platz in die kleinen Strassen zu dirigieren- aber es funktioniert- man glaubt es kaum! Alles ist Chaos hier, nicht laeuft nach irgendwelchen erkennbaren Regeln, doch am Ende kommt man irgendwie immer wo an, wo' s schoen ist: zum Beispiel landet man auf einer der vielen Dachterassen unter tibetischen Gebetsfahnen, mit Blick auf den Tempel, ins Tal auf die Reisfelder, und in die Berge zu den Adlern.... bis dann wieder Nebel aus dem Tal kriecht, langsam alles in sich huellt, es ist immer noch warm, die ersten Tropfen fallen, und ehe man es sich versieht schuettet es aus Schaffeln.... gefolgt von einem Regenbogen und angenehm gereinigter Bergluft....
Ich habe meine erste Reisediarrhoe- aber die fruehzeitigen Medikamente haben glaub ich das Schlimmste verhindert (es war eh schon schlimm genug im Hinterhof eines Cafes in ein Plumpsklo zu gehen...und da waren Nacktschnecken in dem Hinterhof, ich sags euch sowas habt ihr noch nicht gesehen: feeeeeette Dinger, riesig, sicher 30cm lang und im Durchmesser 3 cm...zum Davonlaufen sag ich nur!!!
Ich weiss jetzt auch warum die Hunde die hier in Massen herumliegen den ganzen Tag nur schlafen: sie sind voll beschaeftigt in der Nacht mich aus dem Schlaf zu reissen durch unglaubliches Geklaeffe und Geheule... Aber am Morgen scheint die Sonne in mein Zimmer, tibetische Musik klingt auf den Strassen, Haehne kraehen und im nahe gelegenen Tempel hoert man die Gebetsmuehlen erklingen...
Ueberall laufen Moenche herum.... auch Nonnen, alle in roten Kleidern (orange ist eher sued-asiat-buddhismus) mit abgescherten Haaren, freundlich laechelnd und oft singend. Gerade jetzt, im Internetcafe sitzt ein Moench neben mir, der einen Clownluftballon als Krone um den Kopf traegt und froehlich vor sich hin summt. Sie trinken Cola, haben Handys und Golduhren, und natuerlich auch pimpige Sonnenbrillen... sooo heilig also :)
Habe gestern Bekanntschaft mit zwei tibetischen Medizinstudenten gemacht. Sie studieren traditionelle tibet. Medizin und sind im Alter von 10 Jahre in einer 3 Monatigen Reise ueber den Himalaya gefluechtet. Ihre Familien haben sie seit dem nicht mehr gesehen, ein zurueck gibt es nicht, was ihnen bleibt ist das Leben im Exil. Ich habe auch Kathrin kennen gelernt, eine Kanadierin die schon seit 10 Monaten unterwegs ist in China und Tibet und Indien, sie spricht fliessend deutsch und englisch und franzoesisch und russisch- echt witzig - und ganz im Gegenteil zum Rest der oft krass-alternativen Travelern, war ihr das Reisen nicht anzukennen (saubere jeans und schneeweisses top)
Draussen prasselt der Regen nieder und ich werd mich wohl unter mein Moskitonetz verzupfen (es gibt ur viele viecha da) und ein tibetisches Buch lesen. Morgen fang ich im Krankenhaus an zu arbeiten...freu mich schon total!

Freitag, 15. Juni 2007

Die Reise ins Nirgendwo

Gestern Abend war es endlich so weit, ich kletterte ins dritte Geschoss der Liegen im Schlafwagen und hoffte auf eine angenehme Fahrt. Zugfahren in Indien ist wirlich ein Erlebniss. Die Leute bringen ihr essen mit, die Kinder turnen in der Gegend herum, und wenn alle halbwegs erschoepft sind vom vielen Quasseln, werden Leintuecher und Polster ausgeteilt und man kuschelt sich zusammen auf die Liegen mit Freunden oder Kindern. Dabei muss ich mal eine wirklich wichtige Meldung machen: Maenner tauschen in Indien mehr Zaertlichkeiten aus als sie es mit den Frauen tun. Da gibts Gruppenkuscheln, Haendchenhalten, auf den Schultern liegende Haende und so wird durch die Strasse gewandert...echts suess :)
Konnte meinen Rucksack anketten und wurde immer wieder ermutigt zu schlafen, weil das ja sooo wichtig fuer mich sei. Nicht in einem Moment zweifelte ich daran dass meine Reisekompanen, 8Studenten aus Kaschmir absolut ehrlich und vertrauenswuerdig sein. Um vier uhr machte ich mich dran in der Dunkelheit alles zusammen zu kramen und mich zum Ausgang zu bewegen. Dabei hab ich wohl vergessen dass ich ja in einem Indischen Zug bin, und dass der sicher nicht wie geplant um 4:20, sondern eher um 5:45 in Pathankot ankam...supa, aber es war wenigstens schon hell zu dieser Zeit, was ich auch sehr schaetzte.
Mein erster Regen in Indien, der in der Nacht schon aufs Zugdach prasselte, machte auch davor nicht halt mich in der Fahrradrickscha nass zu machen und so kam ich etwas durchnaesst am Busbahnhof an, wo ich einfach einschlief. Ich konnte meine Augen keinen Moment mehr offen halten- vor allem nicht mit der Aussicht, 2 Stunden auf den Bus warten zu muessen. Als dieser dann kam machte man mich lautstark darauf aufmerksam und so bekam ich auch den einzig ertraeglichen Platz: direkt hinter dem Fahrer, etwas abgesenkt, damit man nicht die ganze Zeit mitfiebern muss, ob es wohl beim Ueberholvorgang in der Kurve auf Sand/Steinstrassen doch Gegenverkehr gibt, trozt der Dauerhupe. Besonders lustig wurde es dann erst als mich 20jaehrige Inder anfingen auszufratscheln... dieser Junge aus Panjabi hatte eine Sprache, dass muss ich unbedingt aufnehmen und euch vorspielen, unglaublich schnell, verwirrend mit rattergeraeuschen....
Ich bin gut angekommen, hab mir einfach mal ein Guesthouse gesucht, dass halbwegs ok ist und werde wohl in den naechsten Tagen nach Aderausschaubalkonen auf die Suche gehen. Es fliegen soo riesige Voegel herum, unglaublich und das vor einem weitem Tal mit Reisfeldern und im Ruecken das unglaublich riesige Himalayagebierge.

Fotos gibts das naechste mal wieder, muss jetzt heitschi beitschi gehn...

Donnerstag, 14. Juni 2007

Mehr Foti-Versuch


Erste Impress(Emot)ionen


So, jetzt bin ich also wirklich in Indien! Nachdem ich jetzt halbwegs gewohnt bin an das was einem so widerfaehrt wenn man auf die Strasse geht, kann ich endlich in Ruhe einen ersten Bericht liefern:
Angekommen am Indira Gandhi Airport bin ich tatsaechlich per Namensschild abgeholt worden und wurde zu einem recht duesteren Parkplatz geleitet, wo die Leute auf den Daechern der Autos schliefen oder einfach nur neugierig runterguckten. Kaum im Auto drin, standen zwei Polizisten da. Ich dachte schon dass es jetzt schon mit den Schmiergeldern los geht. Doch sie versicherten sich nur gruendlich beim Fahrer ob er auch wirklich vom Hotel sei, und bei mir ob ich auch wirklich in dieses Hotel wolle. Ich muss sagen ich fuehlte mich dann ziemlich safe obwohl sich das schlagartig aenderte als wir auf die Autobahn fuhren. Bunt angemalte LkW s die mitten auf der Strasse fahren und hinten steht auf jedem drauf "horn please" um sie dazu zu bringen ein bisschen Platz zu schaffen. Ausserdem: es wird dauernd gehubt. Egal ob sich irgendetwas am Verhalten der anderen Verkehrsteilnehmer aendert. Huben ist Pflicht. Das Hotelzimmer war an der Seite zur Strasse weshalb ich kaum geschlafen habe. Wurscht. Alles laecherlich im Gegensatz zu dem was mich am naechsten Tag erwartete. Ich brauchte etwa 2 Stunden bis ich es wagte aus dem Hotel zu gehen. Es ist unpackbar heiss. Man glaubt kurz keine Luft zu kriegen, und dann stuermen auch schon die ersten Leute auf dich zu: Rickschafahrer, selbst ernannte Fremdenfuehrer, etc. Da ist es am besten doppelt so schnell wie sie zu gehen und freundlich abzulehnen. MAN BRAUCHT IMMER EINEN PLAN sonst ist man verloren. Das ist das erste was ich gelernt habe. Und wenn man keinen Plan hat darf man NUR MAENNER IN UNIFORM FRAGEN. Wenn man diese Regeln befolgt gehts. Davor steigt man aber auf freundliche Inder ein die wissen wie man zu den Touriattraktionen kommen, einem ein cheapes Angebot machen und dann doch irgendwo am Arsch der Welt absetzen um einen in ein "TouriBuero" zu schleppen versuchen. Dann bleibt nur noch eins, weiter gehen und versuchen jemanden in Uniform zu finden- oder die Metro. Die ist modernern als in den meisten westlichen Staedten, gut klimatisiert und billig. Das war an diesem Tag die Rettung. Und der junge Inder der uns einfach zum Red Fort begleitete um dann einfach wieder seines Weges zu gehen.
Auf der Strasse wird man angestarrt. Gestarrt. Gestarrt. Also Blick senken und irgendwo rein verschwinden. Das war Tag Nummer eins. Depremierend. Auszehrend. Heiss. Am Ende lag ich im Zimmer und hatte furchtbares Heimweh. Doch man nehme Ohropax, schalte den Ventilator ein und rolle sich zusammen, dann wird alles gut.

Gestern war ich im Taj Mahal.
Die Zugfahrt in der 3.Klasse klimatisiert war so luxerioes dass ich es kaum glauben konnte. Ich bekam eine eigene Teekanne, Kekse und Gemueslaibchen mit Pommes, Felixketchup und Gemuese. Da waren die 2Stunden schon vorbei und ich war in Agra. Wenn man dort den Bahnhof verlaesst springen einen die Rickschafahrer foermlich an. Also einfach straight zum Prepaidstand. Alles andere waere Wahnsinn. Ich fuhr mit KK. und leistete mir einen ganzen Tag durch die Gegend kutschiert zu werden. ( manche Fahrer fuehren Buecher mit mit Empfehlungen von Leuten aus aller Herren Laender.) Und tatsaechlich ich bereute es (fast) gar nicht:
Zunaechst fuhren wir an einen Fluss in dem hunderte von Wasserbueffel schwammen und in dem die Frauen die Kleider und Tuecher anderer Leute waschen, und auskochen in grossen Eimern die mit Kuhfladen geheizt werden. Die bunten Tuecher liegen im Sand zum Trocknen und das schaut wirklich sehr schoen aus. Weiter gings entlang des Flusses zu einem Punkt an dem das Taj im Morgendunst erschien und Bauernkinder um mich herum huepften und unbedingt fotografiert werden wollten. Ich kam vorbei an 400Jahre alten Tempeln am Flussufer mit handbemalten, blumenverzierten Decken, die von sehr alten, lieben Indern behuetet werden. Auf der Strasse wird wie immer fest gehubt, die Leute winken und gucken neugierig unter das Rickschadach hinein. Es fahren Fahrraeder, Richsaschas, Autos, riesige Ochsengespanne und Kamelkutschen auf der Strasse kreuz und quer. Dazwischen huepfen Affen und Streifenhoernchen herum. Und oben drueber segeln Adler, Reiher und Papageien.
Das Taj ist einmalig, riesig, fuer Touris zirka 150mal so teuer wie fuer Inder und ich bin jetzt auf zirka 300 Familienfotos drauf. "Where are you from, what' s your name." Mehr war nicht noetig zu wissen um mich begeistert zu "Snapshoten". Das war ein wirklich schoener Tag. Auf den Zug zur Rueckfahrt wartete ich dann fast eine Stunde. Es war einer von diesen Zuegen die ich schon am Morgen gesehen habe und wo ich hoffte, nie einsteigen zu muessen, aber es war ganz im Gegenteil zu meinen Befuerchtungen total angenehm, und ich plauderte die ganze fahrt mit einem jungen Inder und einem aelteren Herren, der sehr gebildet war und sich geographisch und geschichtlich fast besser auskannte in Europa als ich :) In Delhi angekommen waren saemtliche Bahnsteige so verstopft dass ich glaubte gar nicht raus zu kommen, doch es gelang mir schlussendlich und ich sprang in eine Prepaidrickscha um dem naechtlichen Treiben auf Delhi' s Strassen zu entkommen.
Heute werd ich einen Nachtzug nach Pathankot nehmen und dann in der Frueh mit einem Bus nach Dharamsala weiter fahren. Endlich raus aus dieser Stadt- ich wuerds glaub ich nimmer aushalten hier.
Wow, soviel von mir- hoff euch gehts allen ganz gut im ruhigen Austria.
Allerliabste Griass from INDIA

Montag, 4. Juni 2007

Waaa i foa noch Indien

Griaß eich olle mitanaund!
Jetzt ist es endlich so weit, ich bin nervös. Drum habe ich mich gleich dran gemacht, eine Seite einzurichten auf der meine aktuellen Abenteuer zu lesen sein werden. Ich hoffe ich kann euch ein paar schöne Bilder liefern- mal schaun wie die Internetverbindungen in den Bergdörfern Nordindiens so sind ;)
Ansonsten bin ich zu erreichen unter: hoefinger@yahoo.de